Supervivencia Táctica Avanzada: Der neue Standard für die Integration von Kampfkunst und taktischer Ausbildung
Das sechsmonatige Programm in Argentinien verbindet militärische Erfahrung mit ziviler Selbstverteidigung und bietet der weltweiten Kampfkunst-Community ein Modell für die Weiterentwicklung traditioneller Disziplinen.
Bella Vista, Provinz Buenos Aires – In einer Zeit, in der die Diskussion über die praktische Anwendbarkeit der Kampfkünste einen kritischen Punkt erreicht hat, stellt der Kurs „Supervivencia Táctica Avanzada” im Gym Garras einen ambitionierten Versuch dar, die historische Kluft zwischen Dojo und Straßenrealität, zwischen Sportring und Situationen, in denen es wirklich um alles geht, zu überwinden.
Aufbau des Trainings
Das sechsmonatige Programm unterscheidet sich radikal von den typischen Wochenend-Seminaren zur Selbstverteidigung. Ein achtstündiger Modul pro Monat – von 10:00 bis 18:00 Uhr – schafft einen Rhythmus, den Sportphysiologen als optimal für die Bildung eines langfristigen Muskelgedächtnisses und taktischen Denkens bezeichnen. Die monatlichen Intervalle zwischen den Kursen sind kein Zufall: Sie bieten ein entscheidendes Zeitfenster für das selbstständige Üben, Verinnerlichen und Festigen der Fähigkeiten, das den Teilnehmern kompakter Intensivkurse fehlt.
Dies ist kein Wochenendkurs, bei dem Sie ein Zertifikat und die Illusion von Kompetenz erhalten“, erklärt die Methodik von Sistema APE das Konzept. „Es ist ein Transformationsprozess, bei dem jedes Modul auf dem vorherigen aufbaut, von den Grundprinzipien bis hin zu komplexen, vielschichtigen Szenarien mit verschiedenen Arten von Bedrohungen.
Das Trainer-Duo: Wenn Erfahrung auf Methodik trifft


Das Herzstück des Programms ist die Zusammenarbeit zwischen Major Juan C. Juárez, Ausbilder der Spezialeinheiten, und Master Pablo E. López, Leiter des Sistema APE. Diese Verbindung löst eines der grundlegenden Probleme der modernen Kampfkunstindustrie: die Kluft zwischen denen, die die Techniken in realen Einsätzen angewendet haben, und denen, die sie effektiv vermitteln können.
Major Juárez bringt seine taktische und kampftechnische Erfahrung aus realen Einsätzen mit, in denen Fehler lebensgefährlich sind. Meister López ist dafür verantwortlich, diese Erfahrungen für ein gemischtes Publikum, darunter Zivilisten, Mitarbeiter privater Sicherheitsdienste und Ausbilder traditioneller Kampfkünste, pädagogisch aufzubereiten.
Sistema APE und verwandte Projekte – Defensa Personal Urbana, Defensa Táctica y Meditación Zen – bieten seit mehreren Jahren Schulungen für Sicherheitskräfte und den zivilen Sektor an. Das Format „Supervivencia Táctica Avanzada Elite Force“ wird von den Organisatoren als Höhepunkt dieser Erfahrung beschrieben, als exklusives Training, das militärische Standards mit zivilen Anforderungen verbindet.



Module: von CQC bis zur rechtlichen Verantwortung
Nahkampf und taktischer Einstieg. Das Programm umfasst das Training von ingreso táctico (taktischer Einstieg) und CQC (Close Quarters Combat) – Disziplinen, die lange Zeit den Spezialeinheiten vorbehalten waren. Die Teilnehmer lernen, sich auf engem Raum zu bewegen, die Distanz zu kontrollieren, Deckungen zu nutzen und ihre Aktionen im Paar zu koordinieren.
Für Kickbox-, Karate- oder Jiu-Jitsu-Trainer bietet dieses Modul die Möglichkeit zu sehen, wie sich ihre Techniken im Kontext realer räumlicher Beschränkungen, der Anwesenheit von Möbeln, Wänden und Türöffnungen – Elementen, die auf dem Tatami oder im Ring nicht vorhanden sind – verändern.
Waffen und „leere Hand“. Einer der umstrittensten Aspekte der modernen Selbstverteidigung ist die Abwehr von Bedrohungen mit Waffen. Der Kurs umfasst den Umgang mit Schusswaffen und Blankwaffen, jedoch nicht isoliert: Jedes Szenario wird durch Verteidigungstechniken ohne Waffen ergänzt, die zeigen, wie die Prinzipien traditioneller Kampfsportarten – Arbeit entlang der Angriffslinie, Kontrolle des Schwerpunkts des Gegners, Schmerzhebel – unter Berücksichtigung der Entfernung, der Umgebung und der Anwesenheit Dritter an den taktischen Kontext angepasst werden.
Paarübungen und Evakuierung. Das Einüben von Aktionen im „Binom” (Paar) und von Verfahren zur Bergung von Personen aus der Gefahrenzone bringt den Kurs den Standards moderner Polizei- und Militärschulen näher. Hier wird eine Realität anerkannt, die in traditionellen Dojos oft ignoriert wird: Die Effektivität in einer kritischen Situation wird häufiger durch die Koordination eines Paares oder einer kleinen Gruppe bestimmt als durch individuelle technische Fähigkeiten.
Rechtlicher Rahmen. Der vielleicht wichtigste und am meisten unterschätzte Modul ist „marco legal – legítima defensa” (rechtlicher Rahmen der rechtmäßigen Verteidigung). Die Teilnehmer erhalten ein grundlegendes Verständnis dafür, wann die Anwendung von Gewalt als rechtmäßig gilt, welche Maßnahmen nach einem Vorfall die rechtlichen Risiken minimieren und wie das Geschehen für die Strafverfolgungsbehörden zu dokumentieren ist.
„Technik ohne Verständnis der rechtlichen Konsequenzen verwandelt Selbstverteidigung in einen kriminellen Angriff”, betonen die Organisatoren. Im Zeitalter von Dashcams und sozialen Netzwerken ist dieser Aspekt von entscheidender Bedeutung: Selbst rechtmäßige Verteidigung kann bei falscher Dokumentation oder Überschreitung der erforderlichen Grenzen zu einer strafrechtlichen Verfolgung führen.
Bedeutung für die globale Kampfkunstgemeinschaft
Der Kurs „Supervivencia Táctica Avanzada“ erscheint zu einem Zeitpunkt, an dem die weltweite Kampfkunstgemeinschaft eine Identitätskrise durchlebt. Auf der einen Seite steht die sportliche Ausrichtung mit Regeln, Gewichtsklassen und Schiedsrichtern. Auf der anderen Seite stehen traditionelle Schulen, die das kulturelle Erbe bewahren, aber oft von den modernen Realitäten abgekoppelt sind. Dazwischen liegt die wachsende Nachfrage nach praktischer Selbstverteidigung im städtischen Umfeld, wo die Bedrohungen nicht den Regeln des Dojos folgen.
Eine Brücke zwischen den Welten. Das Programm bietet eine Plattform, auf der sportliche und traditionelle Disziplinen auf moderne taktische Ansätze treffen. Von CQC und Urban Combat bis hin zum Umgang mit bewaffneten Gegnern – der Kurs spiegelt den globalen Trend der Integration von Kampfkünsten in die Polizei- und Militärausbildung wider, der von Israel (Krav Maga) über Russland (Systema) und die USA (moderne MMA-Ansätze zur Selbstverteidigung) bis hin zu Südostasien zu beobachten ist (Evolution traditioneller Systeme).
Eine neue Nische für Clubs. Das sechsmonatige Modell mit aufeinanderfolgenden Modulen, Paar-Szenarien und einem obligatorischen Rechtsblock kann zum Vorbild für Kampfsportclubs auf der ganzen Welt werden, die über den Rahmen des Wettkampfprogramms hinausgehen möchten. Es ist die Antwort auf die Kritik, die traditionelle Schulen seit Jahrzehnten hören: „Ihre Techniken sind schön, aber funktionieren sie auch auf der Straße?“
Regionales Kompetenzzentrum. Der Standort im Gym Garras im Stadtteil Bella Vista (Partido de San Miguel, Provinz Buenos Aires), die begrenzte Teilnehmerzahl und die Unterstützung durch die Projekte Sistema APE und Tactical Alliance Elite machen den Kurs zu einem Anziehungspunkt für Fachleute. Ausbilder, Sicherheitspersonal, Militärs und Zivilisten bilden in der Region eine nachhaltige Gemeinschaft, die in der Lage ist, eigene Seminare, Erfahrungsaustausch und gemeinsame Projekte mit internationalen Kollegen zu organisieren.
Kritischer Blick: Fragen und Herausforderungen
Trotz der Ambitioniertheit des Konzepts wirft der Kurs wichtige Fragen auf. Können 48 Stunden Ausbildung (sechs achtstündige Module) wirklich auf taktische Situationen vorbereiten, für deren Beherrschung Profis Jahre brauchen? Wie kann die Sicherheit bei der Einübung intensiver Szenarien mit Waffenimitationen während acht Stunden am Stück gewährleistet werden, insbesondere wenn die Müdigkeit gegen Ende des Tages zunimmt?
Kritiker könnten auf das Risiko einer falschen Kompetenz hinweisen – ein Phänomen, das in Studien zur Selbstverteidigung gut dokumentiert ist, bei denen kurze Kurse den Teilnehmern ein überhöhtes Selbstwertgefühl vermitteln, das in einem realen Konflikt potenziell gefährlich ist.
Die Offenheit des Programms hinsichtlich seiner Ziele und die Einbeziehung eines Rechtsmoduls, das die Grenzen und Verantwortlichkeiten hervorhebt, zeugen jedoch von der Ernsthaftigkeit des Ansatzes. Es handelt sich nicht um das Versprechen, einen Zivilisten innerhalb von sechs Monaten zu einem Spezialeinheitensoldaten zu machen, sondern um den Versuch, kontextbezogene, praktische Instrumente mit einem klaren Verständnis ihrer Grenzen zur Verfügung zu stellen.



Fazit: Das Labor der Zukunft
„Supervivencia Táctica Avanzada” ist mehr als nur ein Kurs. Es ist ein Experiment auf der Suche nach einem Gleichgewicht zwischen Tradition und Innovation, zwischen Sport und Überleben, zwischen technischem Können und taktischem Denken. In einer Zeit, in der die Grenzen zwischen militärischer, polizeilicher und ziviler Ausbildung unter dem Einfluss gemeinsamer Bedrohungen und der Verfügbarkeit von Informationen verschwimmen, können solche Programme die Zukunft der Kampfkünste bestimmen.Für die weltweite Gemeinschaft der Praktiker ist dies eine Einladung zum Dialog: Wie passen wir jahrhundertealte Traditionen an die heutigen Realitäten an, ohne ihren Kern zu verraten? Wie lehren wir Verteidigung, ohne Illusionen der Unbesiegbarkeit zu schaffen? Wie integrieren wir taktisches Denken, ohne den zivilen Raum zu militarisieren?
Die Antworten auf diese Fragen werden nicht in der Theorie, sondern in praktischen Labors wie dem Gym Garras in Bella Vista gefunden, wo jeder Samstag ein Schritt zu einem neuen Verständnis dessen ist, was es bedeutet, im 21. Jahrhundert bereit zu sein.
Weitere Informationen zum Kurs „Supervivencia Táctica Avanzada” und zur Anmeldung für das Programm erhalten Sie bei den Organisatoren Sistema APE und Tactical Alliance Elite.WhatsApp unter +54 11 4068‑6648.
